Mittwoch, 10. November 2010
Altlasten...
Nachdem wir uns zuletzt eher ein wenig im Bereich der analogen Kommunikation verdient gemacht haben - die ersten 15 Exponate sind schon auf dem Weg nach Deutschland -, kommen jetzt ein paar überfällige Updates zum Reisebericht:

Hue
Das vorletzte Ziel unserer Reise war die ehemalige Kaiserstadt Hue. Hier hatten für immerhin 150 Jahre - bis zum Ende des 2. Weltkriegs - die letzten Kaiser Vietnams residiert , bevor sich der Norden Vietnams unabhängig gemacht hatte und die Franzosen ihren (Marionetten-)Kaiser nach Saigon umziehen ließen.
Anschließend war die Stadt - dank ihrer zentralen Lage - Schauplatz aller wesentlichen Kampfhandlungen sowohl im Befreiungskrieg (gegen Frankreich) als auch im Vietnamkrieg.
Letzteres war dann natürlich für die Bausubstanz der Stadt und insbesondere der ehemaligen Kaiserstadt - nach chinesischem Vorbild gebaut - etwas kontraproduktiv.
Hue präsentiert sich dann - abgesehen vom Zitadellenbereich der Kaiserstadt - auch eher uninteressant. Deshalb gibts von Hue auch nur Bilder von der Kaiserstadt:


(Vor den Toren der Zitadelle)


(Das Innere war erwartungsgemäß weitläufig und es wurde kräftig renoviert)


(Der Blick vom Haupttor nach Innen)


(Überblickslektüre...)

Da diese in einem Tag zu besichtigen ist, und in Hue nunmal nicht mehr los ist, gings dann weiter nach...

Ha Noi
Lächerliche 14h Stunden später waren wir auch schon dort. Die Nachtbusfahrt gestaltete sich diesmal deutlich netter, da wir (partiell) lernfähig sind und die entspannten Plätze ganz hinten oben gebucht hatten.
Ha Noi empfing uns gleich mit dem Charme einer echten Ganovenstadt, der Taxifahrer wollte uns übers Ohr hauen - so schnell haben wir bisher noch keinen Taxameter laufen gesehen -, das Hotel war - trotz Tripadvisor Empfehlung - teuer und nicht sehr schön. Also sind wir dann schnell mal wieder ausgecheckt - der Hotelier hat auch gleich mal versucht eine ganze Nacht abzurechnen, da wir ja immerhin fast 15 min im Zimmer waren ... sie sind halt liebenswert diese Hauptstadtbewohner...
Insgesamt haben wir dann noch 3 weitere Male das Hotel (bei 5 Tagen Aufenthalt) gewechselt, was aus unserer Sicht durchaus Reiserekord bleiben darf!
Gut, Ha Noi ist zwar latent kriminell und unfreundlich, aber kann durchaus auch punkten. Das Klima ist etwas kühler als in Saigon - wir mussten zeitweise mit nur 23°C auskommen -, die Luftfeuchtigkeit ist nicht so hoch, es gibt eine Art Ersatzalster im Zentrum und jede Menge Kultur zu bestaunen. Außerdem ist alles so schön bunt des Nachts...

Den zweiten Tag unseres Aufenthalts haben wir für eine Tagestour nach Halong Bay benutzt.
Da wir die günstigste Tour weit und breit gebucht haben, waren wir dann auch die einzigen Nicht-Asiaten on the road. Was aber irgendwie auch mal ganz schön war.
Halong Bay sah dann auch tatsächlich ziemlich cool aus...

...und gab uns Gelegenheit alte Kajakfahrkünste zu reaktiveren.

Die vietnamesische Geschäftskunst lässt sich von ein wenig Wasser nicht abschrecken...

Den Abschluss der Tour bildete ein Besuch in einer der großen Höhlen, die sich in den Kalkfelsen befinden.


Am nächsten Tag war dann Kulturprogramm angesagt, wir haben Onkel Ho besucht - naja zumindest haben wir uns das Mausoleum von außen angeschaut - und ein bischen die kommunistische Ehrengarde verärgert -sind aber auch etwas sensibel die Jungs...

(Onkel Ho's Hütte...)

Das Frauenmuseum war sehr informativ, wir haben gelernt, dass die USA im Wesentlichen gegen die Frauen Vietnams verloren haben - hierbei wurde ausführlich aufgeführt wieviele Amerikaner, Flugzeuge, Panzer etc. von der jeweiligen Heldin getötet/vernichtet worden sind, bevor sie dann üblicherweise mit ca. 17 Jahren gestorben ist und posthum eine Ehrenmedaille bekommen hat... -

... naja, außerdem gab es schicke alte Propagandaposter...

(Nixon, Du hast Vietnam gegenüber eine Blutschuld)
...und eine zweite Ausstellung die sich mit dem heutigen Alltag der Frau in Vietnam befasst sowie die etwas komplizierten Hochzeitsbräuche erklärt.

Nächstes Mal gehts dann weiter mit dem "Hanoi Hilton" und Halong Bay in der dry-Version...

P.s.:
Schließlich wollen wir noch einen Spendenaufruf starten, um das ecuadorianische Strohfeuer in Gang zu halten und die indische Schreibblockade zu durchbrechen... ;)