Hobbithöhlen...
...Zwergenstollen oder Cu Chi Tunnel, welche für Hanna heimatliche Orte mit gemütlichem Flair sind, können bei einer Körpergröße von mehr als 1,60m schnell etwas bedrohlich wirken...
Doch bevor wir uns ins vietnamesische Auenland begeben, gibts eine Einführung in den
Caodaismus.
Ein echtes vietnamesisches Eigengebräu bestehend aus ein wenig Buddhismus, Laozismus und Konfuzianismus (soweit die asiatischen Zutaten) und einer Prise Christentum -
das Oberhaupt ist der Giao Tong = Papst.
In der Kurzfassung glauben die Caodaisten, dass es drei Phasen in der Geschichte der Menschheit gab. In der ersten Phase berichteten Laotse und andere Gestalten der asiatischen Religionen über den Willen Gottes. Dann kam die Phase in der es Gestalten der großen Weltreligionen taten (Jesus, Mohammed, ...) und nun ist die dritte Phase angebrochen, wo die Geister bedeutender Persönlichkeiten mit den lebenden kommunizieren. Hierzu gehören Johanna von Orleane, William Shakespeare, Viktor Hugo ... -
es ist einfach immer wieder toll was Menschen sich einfallen lassen...
Gegründet wurde dieses interessante Gemisch 1925 in der Nähe von Saigon und etablierte sich bald als kleiner Rising Star am (süd-) vietnamesischen
(Religions-)Himmel. Und wie es sich für eine anständige Religion gehört, waren die Caodaisten bald auch politisch aktiv und verfügten über eine ansehnliche Privatarmee.
Gut, es war dann vielleicht nicht die beste Idee auf Seiten der Amerikaner zu kämpfen, da hätten Victor Hugo et al. mal beratend tätig werden können. Von daher ist die Sekte kurzfristig heimatlos gewesen
-
seit 10 Jahren dürfen sie wieder Tempel besitzen -
und nunmehr entmilitarisiert und -politisiert. Wir haben den Hauptsitz der Caodaisten besucht und die Mittagsandacht angeschaut.

(Der Haupttempel)

(Der dritte Bund mit Gott, inklusive Geister)

(Mittagsandacht: Buddhisten etc. hübsch nach Farben geordnet, auf den Rängen die Statisten...)
Die
Cu Chi Tunnel liegen etwa 70km nördlich von Saigon und bildeten während des Vietnamkriegs einen Unterschlupf für Partisanen. Erste Tunnel wurden wohl schon zu Zeiten des Befreiungskrieges gegen Frankreich ausgehoben, diese waren aber nur Vorläufer für das gewaltige Tunnelnetzwerk -Gesamtlänge ca. 200km auf 3 Etagen -, mit dem die Amerikaner konfrontiert waren. Sämtliche versuche (Bomben, Gas, Spezialeinheiten) der Amerikaner den Laden aufzuknacken, schlugen dann auch fehl. Ob allerdings tatsächlich nächtliche Streifzüge (zu Fuss) bis nach Saigon stattgefunden habe -
wie uns unser Guide weismachen wollte - wagen wir bei der Entfernung mal zu bezweifeln, wäre auch nicht so wichtig gewesen, denn amerikanische Lager waren ja ganz in der Nähe...
Heute ist nur noch ein minimaler Tunnelrest erhalten geblieben - den Touris sei dank - dafür gibt es noch genug Tunnelkinder, die ihren gesamten ersten Lebensabschnitt (bis zu 10 Jahre) unter der Erde verbracht haben. Für die nötige Infrastruktur hatten die Vietnamesen gesorgt, es gab in den Tunneln Schulen, Krankenhäuser, etc. ...
Das die Tunnel für schnittige Vietnamesen und nicht für pummelige GIs konzipiert waren, sieht man ganz gut an den folgenden Bildern:

(Klein, aber...)

(...unproblematisch für diesen Retro-Vietcong. Wir haben dann mal die Finger davon bzw. die Beine daraus gelassen...)
Nun ein paar Gimmicks um den trüben, amerikanischen Alltag aufzupeppen:

(Aua...)

(Aua2 featuring unseren Guide und Lena)

(Viel teurer, lauter und bestimmt nicht so kurzweilig wie Krokodile fischen?!)
Und dann hieß es durch einen 100m langen quasi originalen - gut, sie haben den verbreitert, damit auch Europäer eine faire Chance haben - Tunnel zu robben. Das waren die 40 längsten Meter meines Lebens -
zum Glück gab es alle 20m einen Notausstieg -, ich wusste gar nicht ob ich Platzangst haben sollte oder versuchen sollte zu jammern, weil es so unglaublich anstrengend war... ;)
Hanna hat das natürlich nichts ausgemacht und so kam sie nach 100m frisch und gut gelaunt aus dem Tunnel gekrabbelt:

(Man beachte auch die Ho Chi Minh Faust!)
Schließlich noch das
Best of der amerikanischen Überbleibsel, es soll ja nicht umsonst gewesen sein...
Next stop:
Mekong-Delta
Das gemeine...
...vietnamesische Eichhörnchen kommt eher ungewöhnlich daher, aber in einem Land wo man nicht so streng mit dem Essen ist
- "Is this a mouse? It looks like a
rat!"
"Big mouse, big mouse!
Same same!!" ... -
darf man auch hier nicht meckern...
Weiter gehts mit den Cu Chi Tunneln und dem nettesten religiösen Potpourri weit und breit...